Mediensucht

2018 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Computerspielsucht als Krankheit anerkannt. ÄrztInnen können jetzt die Diagnose Computerspielsucht stellen und z. B. eine Therapie verschreiben, die von der Krankenkasse bezahlt wird. Computerspielsucht ist eine Verhaltenssucht. Das heißt, sie ist nicht stoffgebunden, wie das z. B. bei RaucherInnen und Nikotinsucht ist.

Andere Formen der Mediensucht sind zwar nicht als Krankheit anerkannt, die Symptome aber vergleichbar.

„Spielsüchtig ist jemand, der Freunde und Familie vernachlässigt, der keinen normalen Schlafrhythmus mehr hat, sich wegen des ständigen Spielens schlecht ernährt oder sportliche Aktivitäten sausen lässt”, sagt Vladinir Poznyak vom WHO-Programm Suchtmittelmissbrauch. Außerdem „mache es dem Spieler auch keinen Spaß mehr, aber er komme nicht davon los. Ein Teufelskreis, der vor allem junge Menschen betrifft.“

Computerspiele, Surfen, Chatten, in sozialen Netzwerken unterwegs sein – all das kann süchtig machen. Die Forschung erklärt das mit dem positiven Gefühl der Belohnung, das man erlebt, wenn man online ist. Davon möchte man immer mehr. Also bleibt man online, spielt weiter. Das Problem bei der Sucht ist, dass man gerne aufhören möchte, es aber nicht kann.

Teste dich selbst

Fragst du dich, ob deine Internetnutzung oder dein Spielverhalten noch normal sind oder schon suchtverdächtig? Informiere dich und führe einen Selbsttest durch.

Du machst dir Sorgen um eine Freundin oder einen Freund?

Sprich direkt mit ihr oder ihm darüber und zeige, dass du da bist und helfen möchtest. Aber vergiss nicht: Es ist nicht deine Aufgabe, das Problem zu lösen. Als Freundin oder Freund seid ihr euch dafür zu nahe und es fehlt der Blick von außen. Ermutige sie oder ihn, sich Hilfe zu holen. Kontakte zu Beratungsstellen findest du weiter unten auf dieser Seite.

Behalte die Kontrolle

Du kannst einiges tun, um die Kontrolle zu behalten oder zurückzugewinnen. Gut ist es, dir einen Überblick zu verschaffen, wie viel Zeit du täglich in welche Online-Aktivitäten steckst. Ob du abhängig bist, merkst du so am besten: Versuche mal, eine Weile offline zu bleiben.

Technische Hilfsmittel

Gute Vorsätze sind klasse. Sie einzuhalten, klappt leider nicht immer. Ein bisschen technische Unterstützung kann da helfen:

  • Die App (offtime) bietet zahlreiche Möglichkeiten, die eigene Online-Zeit zu dokumentieren und zu steuern.
  • Family Link von Google ermöglicht die Einstellung von Android Smartphones. Eigentlich ist das für Eltern gedacht, die natürlich froh sind, wenn du deine Online-Zeiten im Griff hast. Vielleicht haben deine Eltern ‘Family Link’ eingerichtet – vielleicht ist es aber auch unabhängig davon eine gute Idee?
  • Screen Time ab IOS 12 funktioniert ähnlich und wird voraussichtlich bald in Deutschland zur Verfügung stehen.
Du hast ein Problem und weißt gerade nicht weiter?

Hier kannst du dir Rat holen: jugend.support arbeitet mit Beratungsstellen zusammen, an die du dich kostenlos wenden kannst, auch ohne deinen echten Namen zu nennen!


Logo - Nummer gegen Kummer

Allein mit deinen Problemen? Wir sind für dich da – vertraulich und kostenlos

  • Kinder- und Jugendtelefon
    Mo bis Sa von 14 – 20 Uhr unter der Nummer 116 111
    Samstags:„Jugendliche beraten Jugendliche“
  • em@il-Beratung
  • Einfacher Kontakt über Online-Formular
  • Antwort innerhalb von 48 Stunden

www.nummergegenkummer.de


Logo JUUUPORT Beratung
Anonyme Beratung und praktische Online-Tipps von Jugendlichen für Jugendliche
  • Persönliche Online-Beratung durch Scouts
  • Einfacher Kontakt über Online-Formular
  • Antwort in der Regel innerhalb von 48 Stunden

www.JUUUPORT.de


Logo der bke Jugendberatung
Onlineberatung und Mediensucht – passt das zusammen?

Wir denken ja – wenn schon online, dann am „richtigen Ort“ :
Die bke-Jugendberatung schaut mit dir auch nach Alternativen außerhalb des Netzes.

  • Onlineberatung durch Fachkräfte
    per Mail, Chat, Forum
  • für Jugendliche von 14 – 21 Jahren
  • einfacher Kontakt über Online-Formular
  • Antwort innerhalb von 24 Stunden
  • anonym – kostenlos – datensicher

www.bke-jugendberatung.de


Logo TelefonSeelsorge

Rund um die Uhr – 24/7 – erreichbar
Telefon-, Mail- und Chatberatung

www.telefonseelsorge.de


Zum Thema „Mediensucht” gibt es weitere spezialisierte Beratungsangebote:

Icon Blaulicht


Du hast eine Frage oder ein Problem und möchtest sofort mit jemandem reden?

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Rund um die Uhr – 24/7 – erreichbar
Telefon-, Mail- und Chatberatung

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Wann wähle ich den Notruf?

Wähle die 112, wenn du oder jemand anderes in Gefahr ist und so schnell wie möglich Hilfe benötigt.  Bei Stress im Netz kann es dabei um Selbstgefährdung – z. B. Suizidgefahr – oder um Fremdgefährdung – z. B. Gewaltandrohung – gehen.

Was passiert, wenn ich die 112 gewählt habe?

Du wirst mit der Notrufzentrale in deiner Nähe verbunden, die deinen Notfall aufnimmt. Die Person, mit der du sprichst, ist speziell dafür ausgebildet, dir mit deinem Problem zu helfen. Sie gibt es an die Feuerwehr, Polizei oder einen Notarzt weiter.

Am Telefon wirst du gefragt werden, was passiert ist. Hierbei helfen die 5-W-Fragen, die dir von der Rettungsstelle gestellt werden – du musst sie dir also nicht merken:

  • WO ist es passiert?
  • WER ruft an?
  • WAS ist passiert?
  • WIE VIELE Verletzte oder betroffene Personen sind es?
  • WARTEN auf Rückfragen. Vielleicht will man noch etwas von dir wissen.

Übrigens: Den Notruf erreichst du auch mit einem Handy ohne Guthaben und ohne die PIN eingeben zu müssen. Die Nummer 112 ist EU-weit einheitlich. In Deutschland kannst du die Polizei auch unter der Nummer 110 erreichen.

Klicke hier für weitere Informationen zu Hilfsangeboten bei polizei-für-dich

WICHTIG!
Der Missbrauch des Notrufs ist strafbar.